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Zum künstlerischen und architektonischen Erbe Venedigs zählen Werke, die von einer jahrhundertealten Geschichte und vielen verschiedenen Kunstrichtungen zeugen. Der erste starke Einfluss kam nach dem Fall von Rom vom byzantinischen Reich und dessen orientalisch geprägtem Stil. Venedig nahm den Einfluss des byzantinischen Stils auf und deutete diesen auf eigene Weise neu; so entstand der für das Ende des 13. Jahrhunderts typische venezianisch-byzantinische Stil. Das Gebäude, in dem das byzantinische Erbe am deutlichsten zu sehen ist, ist der Markusdom, der stark an die Hagia Sophia in Istanbul erinnert. Weitere Zeugen des venezianisch-byzantinischen Stils sind die ersten großen Palazzi am Canal Grande und die Kirche der Heiligen Maria und Donato in Murano.
Anschließend ließ der beginnende Niedergang von Byzanz Raum für den sich entwickelnden gotischen Stil aus Nordeuropa, der sich perfekt mit den Beschränkungen der bebaubaren Flächen und mit der Bevölkerungsdichte verband: die Erdgeschosse mussten den zur Verfügung stehenden Raum aufs Beste ausnutzen, während die oberen Geschosse über große Fenster verfügen mussten, um das natürliche Licht einzulassen. Das Meisterwerk der gotischen Baukunst in Venedig ist der Dogenpalast, weitere bedeutende Beispiele sind der Palazzo Giustinian, der Ca’ Foscari, der Ca’ d’Oro und die Kirchen Santa Maria Gloriosa dei Frari und Santi Giovanni e Paolo.
Nach der venezianisch-byzantinischen und der gotischen Epoche begann mit der Renaissance das goldene Zeitalter der Malerei: im 15. Jahrhundert entstand die venezianische Schule, die von den Familien Vivarini und Bellini begonnen wurde und im 16. Jahrhundert mit den großen Meistern Tizian, Tintoretto und Veronese, die bedeutende Innovationen in die Maltechnik einführten, ihren Höhepunkt erreichte. Bereits im 17. Jahrhundert machte sich der Beginn des Niedergangs der Malerei bemerkbar, die im 18. Jahrhundert nur noch vereinzelt mit den Werken von Tiepolo und Canaletto glänzt. Die meisten der Werke befinden sich in Museen, viele sind jedoch an den Orten geblieben, für die sie erschaffen wurden, z.B. in Kirchen und in den Scuole, den Versammlungshäusern der venezianischen Brüderschaften.